
Draußen schlug ihr die klare Luft entgegen. Es war Ende Februar, kein richtiger Winter mehr, aber auch noch kein Frühling. Die Erde war dunkel vom Regen und das Gras wurde flachgedrückt vom Wind, der vom Meer herüberkam. Hutch lief ein paar Schritte voraus, blieb dann stehen und sah sich um, als müsste er prüfen, ob sie noch da war.
Isla folgte ihm den schmalen Weg hinunter, vorbei an den niedrigen Steinmauern, die sich durch die Landschaft zogen, als gehörten sie genauso zum Boden wie das Gras. Das Meer lag weiter draußen, grau und ruhig, nur in der Bewegung erkennbar.
Sie zog die Jacke ein wenig enger um sich. Der Wind griff danach, ließ dann wieder los.
Zurück in Kilmore Bay
Eigentlich sollte jetzt alles ruhiger werden. Doch in Kilmore Bay hält sich das Leben selten an Pläne.
Zwischen der neuen Praxis, alten Verletzungen, unerwarteten Entscheidungen und Menschen, die plötzlich wichtiger werden, als man je vorgesehen hatte, gerät Isla immer wieder an genau die Fragen, denen sie am liebsten ausweichen würde.
Und irgendwo zwischen Meer, Wind, Dorftratsch und Hutch beginnt sich etwas zu verändern.
Band 2 führt zurück nach Kilmore Bay – mit neuen Geschichten, neuen Entscheidungen und der leisen Ahnung, dass Ankommen manchmal erst der Anfang ist.


Wenn Sekunden entscheiden
Isla wollte in Kilmore Bay eigentlich nur eine kleine Praxis führen, Menschen versorgen und sich ein Leben aufbauen, das ruhiger ist als alles, was hinter ihr liegt.
Doch dann bringt ein außergewöhnlicher medizinischer Fall sie zurück in eine Welt, in der jede Entscheidung zählt. In Ardellan treffen Erfahrung, Zweifel und höchste Verantwortung aufeinander, und plötzlich wird sichtbar, wie viel von der außergewöhnlichen Chirurgin noch immer in ihr steckt.
Was für andere wie eine kaum lösbare Situation wirkt, wird für Isla zu einer Prüfung, bei der Wissen allein nicht reicht. Sie muss führen, entscheiden und Verantwortung übernehmen – ruhig, präzise und unter enormem Druck.
Und während Kilmore Bay sie längst als eine der Ihren betrachtet, beginnt auch außerhalb des Dorfes jemand zu begreifen, wer Isla Hawthorne wirklich ist.


Wenn einer von ihnen fehlt, fährt Kilmore Bay hinaus.
Ruairidh ist überfällig.
Zuerst ist da nur dieses leise Unbehagen, das niemand recht benennen will. Dann werden aus Minuten zu viele Minuten, aus Blicken aufs Meer werden Fragen, und irgendwann reicht Warten nicht mehr.
Die See ist rau, der Wind steht ungünstig, und jeder weiß, dass es draußen schnell gefährlich werden kann. Trotzdem fährt das Boot hinaus. Dougal am Steuer, Allistair an Deck, Isla, Francis und Hutch bei ihnen. Niemand macht daraus etwas Großes. Sie fahren einfach, weil einer von ihnen fehlt.
Dann taucht Ruairidhs Boot auf.
Leer.
Von diesem Moment an geht es nur noch darum, ihn zu finden.
Zwischen Wind, Gischt und hohen Wellen suchen sie weiter, obwohl das Meer längst deutlich macht, wie wenig es sich darum kümmert, wer auf ihm unterwegs ist. Sie gehen Risiken ein, die keiner von ihnen leichtfertig eingehen würde. Aber zurückfahren, solange Ruairidh irgendwo dort draußen sein könnte, kommt für sie genauso wenig infrage.
Und mitten in all dem zeigt sich wieder, was Kilmore Bay ausmacht: Menschen, die einander tragen, wenn es darauf ankommt. Ohne große Worte. Ohne zu fragen, ob es bequem oder vernünftig ist.
Eine der bewegendsten und intensivsten Szenen aus Band 2 – Wo das Leben bleibt.
Ein Ort, an dem man bleiben möchte

Manchmal braucht es einen Ort, an dem das Leben wieder leiser wird.
Als Isla nach Kilmore Bay kommt, will sie vor allem eines: Abstand. Von einem Leben, das zu viel geworden ist. Von Erinnerungen, die sich nicht einfach zurücklassen lassen. Und vielleicht auch von sich selbst.
Doch Kilmore Bay ist kein Ort, an dem Menschen unbemerkt verschwinden.
Zwischen rauer schottischer Küste, einem alten Cottage über dem Meer, eigenwilligen Dorfbewohnern und einem schwarzen Neufundländer mit bemerkenswert wenig Respekt vor persönlichen Grenzen beginnt etwas, womit Isla nicht gerechnet hat: Menschen bleiben.

Türen öffnen sich. Aus Fremden werden Vertraute. Und aus einem Zufluchtsort wird langsam etwas, das sich beinahe wie Heimat anfühlt.
„Als der Wind wieder atmete“ ist eine Geschichte über Verlust und Neubeginn, über Freundschaft, Liebe und die leisen Augenblicke, in denen ein Mensch merkt, dass sein Leben noch nicht vorbei ist.
Ein Roman für alle, die Geschichten lieben, die man nicht nur liest – sondern irgendwann vermisst.
Willkommen in Kilmore Bay
Warum diese Geschichte bleibt

Was, wenn du glaubst, du hättest längst gelernt, allein zurechtzukommen – und dann begegnen dir Menschen, die dich nicht mehr allein lassen?
Isla ist Ärztin. Sie kann Entscheidungen treffen, wenn andere den Kopf verlieren. Sie kann Menschen helfen, wenn es ernst wird. Nur mit ihrem eigenen Leben ist es schwieriger.

In Kilmore Bay begegnet sie einem Dorf voller Menschen mit ihren eigenen Geschichten. Fiona, Mrs. Sinclair, Ruairidh und viele andere treten nach und nach in ihr Leben. Und Hutch, ihr riesiger schwarzer Neufundländer, ist ohnehin überzeugt, dass man manche Wege besser nicht allein geht.
Was zunächst wie eine Flucht beginnt, wird zu einer Geschichte über Vertrauen. Darüber, wie schwer es sein kann, wieder Nähe zuzulassen. Und darüber, dass ein neues Leben manchmal nicht mit einem großen Entschluss beginnt, sondern mit einem gedeckten Tisch, einem brennenden Kamin, einem Hund vor der Tür und einem Menschen, der am nächsten Morgen immer noch da ist.
„Als der Wind wieder atmete“ erzählt nicht von einer perfekten Welt. Es erzählt von Menschen, die verletzt sind, Fehler machen, lieben, zweifeln – und trotzdem füreinander da sind.
Vielleicht ist genau deshalb Kilmore Bay ein Ort, den man nach der letzten Seite nur ungern verlässt.
Band 1 der Kilmore-Bay-Reihe – „Als der Wind wieder atmete“
Für alle, die glauben, dass Heimat manchmal ein Mensch sein kann.
